Schützenfest 2026

Wettkampfregeln

Am 22. August 2026 lädt das Steiger-Schützen-Corps zum traditionellen Schützenfest mit dem Wettkampf um die Königswürde ein. Mitglieder haben dabei die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen und in einem fairen sportlichen Wettstreit um die Ehrungen in den verschiedenen Altersklassen anzutreten.

Die nachfolgenden Wettkampfregeln enthalten alle wichtigen Informationen zu Teilnahme, Ablauf, Wertung und Auszeichnung. Wir bitten alle Teilnehmer, die Hinweise aufmerksam zu lesen und die genannten Zeiten sowie Vorgaben zu beachten.

Wir wünschen allen Schützinnen und Schützen viel Erfolg, eine sichere Hand und einen angenehmen Wettkampftag!


WettkampfSchützenfest 2026 / Schützenkönig
Datum und Zeit22. August 2026, 09:00 Uhr
OrtSchießsportanlage des Steiger-Schützen-Corps
MeldungAm Tag des Wettkampfes im Org.-büro von 08:00 Uhr bis 09:00 Uhr. 
Spätere Anmeldungen sind nicht möglich!
TeilnahmeMitglieder des Steiger-Schützen-Corps
Startgeld5,00 Euro
Beginn09:00 Uhr, erster Start
AltersklassenSchützengruppe (Geburtsjahrgang nach 1956)
Senioren (Geburtsjahrgang 1956 und frühe
Probeschüsse3 Probeschüsse, diese werden nach Bekanntgabe abgeklebt
Wertung2 Serien (5 Schuss je Serie auf eine Scheibe)
Ehrung1. Platz, Orden (Schützenkönig) u. Urkunde (je Altersklasse)
2. & 3. Platz, (1. & 2. Ritter-Orden) u. Urkunde (je Altersklasse)
HinweiseJeder Teilnehmer kann zu Hilfsdiensten herangezogen werden.

Auf Wunsch kann von der Seniorenklasse in die Schützenklasse gewechselt werden. Der Wechsel muss bei der Anmeldung angegeben werden. Eine Änderung ist dann nicht mehr möglich. (wird auf der Scheibe vermerkt).

Eine Nichtteilnahme an der Siegerehrung führt zum Verlust der Auszeichnung.

Die Scheiben werden durch eine vom Wettkampfgericht bestimmte Person dem Wettkampfgericht zur Auswertung übergeben.

Die Wettkämpfe beginnen mit dem Kommando: 
„3 – 2 – 1 – START“.
(jetzt darf geschossen werden!!!)


Zwischen Tradition und Treffsicherheit

Die Geschichte der Schützenfeste in Thüringen
und das Steiger-Schützen-Corps Erfurt

Kaum ein Brauchtum verbindet Geschichte, Gemeinschaft und sportlichen Ehrgeiz so eng wie das Schützenwesen. In Thüringen reichen seine Wurzeln bis tief ins Mittelalter zurück. Was heute als geselliges Schützenfest mit Musik, Königsschießen und Vereinsleben wahrgenommen wird, entstand ursprünglich aus dem Bedürfnis der Städte, ihre Bürger zur Verteidigung auszubilden.

Die Anfänge des Schützenwesens in Thüringen

Bereits im 14. Jahrhundert finden sich in Thüringen erste urkundliche Hinweise auf Schützengesellschaften. Städte wie Erfurt, Mühlhausen, Gotha oder Nordhausen waren auf gut ausgebildete Bürger angewiesen, die im Ernstfall ihre Heimat verteidigen konnten. Das Schießen mit Armbrust und später mit Feuerwaffen gehörte deshalb zur Pflicht vieler Bürger.

Doch schon damals war das Schießen weit mehr als militärische Ausbildung. Aus Wettkämpfen entwickelten sich Volksfeste, bei denen Musik, Tanz, Marktstände und geselliges Beisammensein das Stadtbild prägten. Der beste Schütze wurde zum Schützenkönig gekürt – eine Auszeichnung, die bis heute das Herz vieler Schützenfeste bildet.

Erfurt – Eine Stadt mit großer Schützentradition

Erfurt gehörte über Jahrhunderte zu den bedeutendsten Städten Mitteldeutschlands. Als wohlhabende Handelsstadt verfügte sie über starke Bürgerwehren und zahlreiche Schützengesellschaften. Bereits im Mittelalter gehörten Schützenfeste zu den wichtigsten gesellschaftlichen Veranstaltungen der Stadt.

Besonders beliebt war der Schützenplatz am Steigerwald. Dort entwickelte sich im 19. Jahrhundert eines der größten Volksfeste Erfurts. Tausende Besucher strömten in den Steiger, um Schießwettbewerbe, Musik, Festzüge und gesellige Stunden zu erleben. Das historische Schützenhaus wurde zum Mittelpunkt des Vereinslebens. Lange bevor der heutige Erfurter Domplatz den „Rummel“ beherbergte, galt das Schützenfest im Steiger als das bedeutendste Volksfest der Stadt.

Wandel durch die Geschichte

Mit dem Ende der Bürgerwehren verloren die Schützenvereine ihre militärische Aufgabe. Stattdessen entwickelte sich das Schützenwesen zu einem wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens.

Im Deutschen Kaiserreich erlebten die Vereine eine Blütezeit. Uniformen, Fahnen, Musikzüge und feierliche Umzüge prägten die Schützenfeste.

Nach den beiden Weltkriegen änderte sich vieles. Zahlreiche Vereine mussten ihre Tätigkeit einstellen. In der DDR stand das traditionelle Schützenwesen zunächst weitgehend still oder wurde nur eingeschränkt gepflegt. Erst nach der politischen Wende 1989 konnten viele Vereine neu gegründet oder wiederbelebt werden.

Das Steiger-Schützen-Corps Erfurt unter der Lupe

Das heutige Steiger-Schützen-Corps versteht sich als Bewahrer dieser langen Tradition. In seiner Satzung verweist der Verein ausdrücklich auf seine historischen Wurzeln und knüpft an die 1921 gegründete Erfurter Schützenvereinigung an. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Vereinsleben 1992 neu organisiert und fortgeführt. Der Verein verbindet heute Tradition mit modernem Schießsport und gemeinnütziger Vereinsarbeit.

Sein Vereinsgelände liegt im Erfurter Steigerwald – jenem historischen Ort, an dem bereits Generationen von Erfurtern ihre Schützenfeste feierten. Das Corps engagiert sich für den sportlichen Schießbetrieb, die Jugendarbeit, Wettkämpfe sowie die Pflege historischer Schützentraditionen. Vereinsmeisterschaften, Wanderpokale, Arbeitseinsätze und das jährliche Schützenfest prägen den Kalender des Vereins.

Bemerkenswert ist dabei, dass das Steiger-Schützen-Corps den Begriff „Schützenfest“ nicht ausschließlich als sportliche Veranstaltung versteht. Vielmehr soll das Fest generationsübergreifend Gemeinschaft stiften und ein Stück Erfurter Heimatgeschichte lebendig halten.

Das Schützenfest heute

Moderne Schützenfeste unterscheiden sich deutlich von ihren historischen Vorbildern. Die Verteidigung der Stadt spielt längst keine Rolle mehr. Stattdessen stehen Fairness, Präzision, Kameradschaft und Brauchtumspflege im Mittelpunkt.

Zum Programm gehören häufig:

  • Königsschießen
  • Vereinsmeisterschaften
  • Ehrungen verdienter Mitglieder
  • Angebote für Familien und Gäste

Damit bleiben Schützenfeste Orte der Begegnung, an denen Geschichte nicht im Museum steht, sondern aktiv gelebt wird.

Die Geschichte der Thüringer Schützenfeste ist zugleich ein Spiegel der Landesgeschichte. Aus mittelalterlichen Bürgerwehren entstanden traditionsreiche Vereine, die heute Sport, Kultur und Gemeinschaft miteinander verbinden.

Das Steiger-Schützen-Corps Erfurt steht beispielhaft für diesen Wandel. Es bewahrt historische Werte, ohne sich ausschließlich auf die Vergangenheit zu stützen. Mit seinem Standort im traditionsreichen Steigerwald, seiner Bezugnahme auf die Vereinsgeschichte von 1921 und der Neugründung nach 1992 schlägt es eine Brücke zwischen jahrhundertealter Schützenkultur und modernem Vereinsleben.

So lebt in jedem Schützenfest ein Stück Thüringer Geschichte weiter – nicht als Erinnerung allein, sondern als gelebte Tradition, die Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenführt.

Steiger-Schützen-Corps (Logo)
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